Die Geschichte des Wanderreitens ist so alt, die gemeinsame Geschichte von Mensch und Pferd. Heute werden Pferde vom Laien vornehmlich als Instrumente für Wettbewerbe angesehen. Auch als Zugtiere für Pflüge sind sie noch bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs hinein bekannt. Doch die Verbindung des Menschen mit dem Pferd geht noch viel tiefer.
Beim Wort Wanderreiten
Insbesondere die Indianer dürften einem einfallen, wenn man an das Wort Wanderreiten denkt. Das Bild des Mohikaners (ich denke zumindest, es war ein Mohikaner), der ohne Sattel auf einem wunderschönen Hengst reitet und die Arme ausbreitet, hat sich zumindest mir in das Gehirn eingebrannt. Doch nicht nur die Indianer, mit ihrem spirituellen Verhältnis zur Natur, haben Pferde zu längeren Wanderritten genutzt.
Fortbewegungsmittel und Statussymbol Pferd
Im Mittelalter galt es als besonders vornehm, wenn man zu Pferd unterwegs war. Wanderreiten war besser angesehen als das bloße Wandern. Natürlich ist das auch ökonomisch begründet. Ein einfacher Mönch, kleiner Händler oder Spielmann konnte sich eben nicht einfach so ein Pferd leisten. Adlige oder besonders angesehene „Normale“ hatten für gewöhnlich Pferde, auf denen sie zu reisen pflegten. Auch von Walther von der Vogelweide ist es überliefert, dass sein Pferd für ihn eine besondere Würdigung war. Es hatte als Geschenk eines Fürsten ähnliche Bedeutung wie ein Siegelring. Doch natürlich wurden all diese Reisen nicht als Selbstzweck unternommen. Es gab schlichtweg zu Land keine anderen Fortbewegungsmittel.
Geburt des Wanderreitens
Das änderte sich mit der Industrialisierung und der darauf folgenden Motorisierung der Bevölkerung. In dieser Zeit unternahm der Schweizer Aime Tschiffely das Undenkbare. Aus Lust an der Sache ritt er im Jahr 1925 von Buenos Aires nach Washington. Da das Pferd als Fortbewegungsmittel schon totgeschrieben war, galt dies als große Sensation. Mit seinem Ritt kann man Tschiffely als den ersten bezeichnen, der der motorisierten Zivilisation mit bewusster Rückständigkeit zu entfliehen versucht. Die Geburt des Wanderreitens?
23. Dezember 2010 - 19:57 Uhr
Angebliche Reparaturwerkstätten helfen nicht
21. Januar 2011 - 10:08 Uhr
Ist halt die Frage ab wann man wirklich von Wanderreiten sprechen kann. Denn dein Beispiel hier finde ich nciht ganz richtig, wenn man auf dem Pferd früher unterwegs war, hatte das in dem Sinne nichts mit Wandern zu tun, sondern war ein Transportmittel, wie heute das Auto. Es geht ja darum das wandern eben auch das erleben der Reise ist und die Reise selbst das Ziel ist. Ich glaube daher, erst seit der Industrialisierung gibt es dies Phänomen, da es mit der bürgerlichen Gesellschaft begonnen haben dürfte.